8. Februar 2010
Forentrolle nur auch Online-Seiten von Emma
Die Stichworte heißen: Amazon, Rezensionen, gnadenlose Dummheit, Cybermobbing: Seit Monaten wird eine Frankfurterin von einer Troll-Meute verfolgt, die vor keiner Gemeinheit zurückschreckt. Ihre Rezensionen bei Amazon sind nicht nur mit fiesen Anmerkungen versehen worden, sie bekam auch Anrufe und mails. Bis sie krank wurde und sich zurückzog.
Dann griff http://www.emma.de/ das Thema auf, versah das Wort "Hexenjagd" mit einem Fragezeichen und brandmarkte das Geschehen auf den online-Seiten dieser von Alice Schwarzer gegründeten Zeitschrift. Die Forentrolle ließen nicht lange auf sich warten. Nun schütteten sie auch dort ihre Kübel voller Schmutz aus.
Mit Dreck beworfen worden sind schon viele - jede und jeder, der sich mit der Frankfurterin solidarisiert, muss damit rechnen. Auch ich. Heute Morgen ist es soweit gewesen. Ein Kommentator rückte mich auf den Emma-Seiten in die Nähe von Scientology und behauptete, ich sei ein Freund dieses Psychovereins. Dabei berief er sich auf einen Satz aus einer Pressemitteilung, mit der ich für meine Broschüre "Meine Freunde, die Scientologen" geworben hatte.
Wäre dieser Kommentator nicht so gnadenlos dumm, hätte er schnell herausgefunden, dass es sich um eine sehr ironische Auseinandersetzung mit den Hubbard-Anhängern handelt. Aber vielleicht ist er gar nicht dumm, sondern verschweigt so etwas ganz bewusst.
Ich rief die Emma-Onlineredaktion an, der Kommentar wurde wieder gelöscht, meine Gesprächspartnerin bedauerte, dass man den Verfasser nicht ermitteln könne, auch die von ihm bei der Anmeldung angegebene Mail-Adresse könne falsch sein.
Auch hier lesen
Diese Geschichte wird ebenfalls immer noch falsch verbreitet
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Montag, 8. Februar 2010
Donnerstag, 4. Februar 2010
Amazon
1. Februar 2010
Offene mail an Online-Verkaufsportal
Sehr geehrte Damen und Herren,
einige Wochen lang habe ich das Geschehen in der Amazon-Community verfolgt. Dann verabschiedete ich mich wieder - auch als Rezensent und Käufer. Gleichwohl bekomme ich immer noch Mitteilungen, dass über mich in Kommentaren hergezogen wird. Offenbar stören sich einige Forentrolle daran, dass ich ihr Treiben nicht mehr zur Kenntnis nehme.
Amazon ist bislang augenscheinlich nicht dazu in der Lage, Cybermobbing zu unterbinden. Damit werde ich mich nicht länger abfinden. Sollte ich noch einmal in einem Kommentar namentlich in einen negativen oder verleumderischen Zusammenhang gestellt werden, verklage ich Amazon als Mitstörer - und zwar ohne jede weitere Ankündigung.
Als Portalbetreiber ist es Ihre Pflicht, jede ehrabschneiderische Behauptung zu verhindern. Sie müssen Ihre Nutzerinnen und Nutzer davor schützen. Tun Sie das nicht, werden Sie schadenersatzpflichtig.
Da ich auf Amazon öffentlich angegriffen werde, mache ich auch diese mail öffentlich. Besonders tut sich ein gewisser "Morgenländer" hervor, der kürzlich als Rezensent auf Platz 403 behauptet hat, er verabschiede sich von Ihrem Portal.
Merkwürdig finde ich übrigens, dass ich von dieser mail keine Kopie bekommen werde, wie das woanders durchaus üblich ist. Ich werde sie selbst kopieren müssen.
Ich bitte um eine Empfangsbestätigung.
4. Februar 2009
Antwort von Amazon
Guten Tag Herr Tjaden,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Wir werden uns Ihre geschilderten Vorfälle genauer ansehen und bei konkreten Verstößen selbstverständlich eingreifen.
Vielen Dank für Ihre Hinweise und Ausführungen!
Freundliche Grüße
Clara Leer
Offene mail an Online-Verkaufsportal
Sehr geehrte Damen und Herren,
einige Wochen lang habe ich das Geschehen in der Amazon-Community verfolgt. Dann verabschiedete ich mich wieder - auch als Rezensent und Käufer. Gleichwohl bekomme ich immer noch Mitteilungen, dass über mich in Kommentaren hergezogen wird. Offenbar stören sich einige Forentrolle daran, dass ich ihr Treiben nicht mehr zur Kenntnis nehme.
Amazon ist bislang augenscheinlich nicht dazu in der Lage, Cybermobbing zu unterbinden. Damit werde ich mich nicht länger abfinden. Sollte ich noch einmal in einem Kommentar namentlich in einen negativen oder verleumderischen Zusammenhang gestellt werden, verklage ich Amazon als Mitstörer - und zwar ohne jede weitere Ankündigung.
Als Portalbetreiber ist es Ihre Pflicht, jede ehrabschneiderische Behauptung zu verhindern. Sie müssen Ihre Nutzerinnen und Nutzer davor schützen. Tun Sie das nicht, werden Sie schadenersatzpflichtig.
Da ich auf Amazon öffentlich angegriffen werde, mache ich auch diese mail öffentlich. Besonders tut sich ein gewisser "Morgenländer" hervor, der kürzlich als Rezensent auf Platz 403 behauptet hat, er verabschiede sich von Ihrem Portal.
Merkwürdig finde ich übrigens, dass ich von dieser mail keine Kopie bekommen werde, wie das woanders durchaus üblich ist. Ich werde sie selbst kopieren müssen.
Ich bitte um eine Empfangsbestätigung.
4. Februar 2009
Antwort von Amazon
Guten Tag Herr Tjaden,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Wir werden uns Ihre geschilderten Vorfälle genauer ansehen und bei konkreten Verstößen selbstverständlich eingreifen.
Vielen Dank für Ihre Hinweise und Ausführungen!
Freundliche Grüße
Clara Leer
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Verleumdung
Donnerstag, 21. Januar 2010
Forentrolle
21. Januar 2010
Niederträchtige Plagegeister
Fünf Autorinnen und Autoren haben sich im Herbst vergangen Jahres zusammengetan, sie veröffentlichen ihre Gedanken und Texte unter www.ein-buch-lesen.com, sie vermarkten gemeinsam ihre Bücher. Erfahrungen mit Forentrollen schweißten sie zusammen, Sylvia B. widmete diesen Internet-Plagegeistern ein Märchen.
Wie auf ein Geheimkommando rotten sich diese Trolle zusammen, fallen in ein Portal ein und machen sich breit mit abwertenden und beleidigenden Kommentaren, die sich spielend leicht per „kopieren“ und „einfügen“ überall platzieren lassen. Ihre Triebfedern sind Hass, Neid, Niedertracht und Missgunst. Auch vor der Zerstörung von Portalen schrecken sie nicht zurück.
Bei www.ein-buch-lesen.com jedoch soll ihnen das nicht gelingen, ein Link führt zu „Forentrolle - nein danke!“ mit Hintergründen und Tipps, die immer häufiger angeklickt werden. Auch sonst wächst dieser Internetauftritt, Gastautoren melden sich zu Wort, jüngste Interviewpartnerin ist die erfolgreichste Rezensentin bei Amazon: Helga König hat inzwischen über 2 200 Besprechungen geschrieben und beschäftigt sich darin mit vielen Themen. Die reichen von Filmen über Gedichtbände, Romane bis hin zu psychologischen Fachbüchern und Erotik.
Die Rezensionen dieser Autorin haben ein ungewöhnlich großes Echo, nirgendwo wird so kontrovers diskutiert wie bei ihren Beiträgen. Helga König versteht das Netz als Dialogmedium, in dem niemand die Wahrheit gepachtet hat. Alle, sagt sie, tragen zu allem etwas bei.
Fragt man Helga König nach ihrer erfolgreichsten Rezension, fällt ihr sofort „Masken der Niedertracht“ ein. Diese Besprechung mündete in einen Hilfeprozess mit einer eigenen anonymen Community, in der sich Menschen über ihre Probleme austauschen.
Die Bibliothek von Helga König umfasst über 8 000 Bücher, schon als Kind hat sie gern gelesen. Bereits damals brachte sie ihre Gedanken auf den ersten Buchseiten zu Papier, diese Gedanken teilt sie heute mit vielen. Ihr Motto lautet „Geteiltes Wissen ist vervielfältigtes Wissen“. Helga König hat Germanistik, Politikwissenschaften und Jura studiert. Mit ihrem Ehemann betreibt sie eine eigene Firma. Außerdem schreibt sie gerade an ihrem ersten Roman.
Mehr über sie erfährt man in dem Interview, das in diesen Tagen auf www.ein-buch-lesen.com erscheint.
Niederträchtige Plagegeister
Fünf Autorinnen und Autoren haben sich im Herbst vergangen Jahres zusammengetan, sie veröffentlichen ihre Gedanken und Texte unter www.ein-buch-lesen.com, sie vermarkten gemeinsam ihre Bücher. Erfahrungen mit Forentrollen schweißten sie zusammen, Sylvia B. widmete diesen Internet-Plagegeistern ein Märchen.
Wie auf ein Geheimkommando rotten sich diese Trolle zusammen, fallen in ein Portal ein und machen sich breit mit abwertenden und beleidigenden Kommentaren, die sich spielend leicht per „kopieren“ und „einfügen“ überall platzieren lassen. Ihre Triebfedern sind Hass, Neid, Niedertracht und Missgunst. Auch vor der Zerstörung von Portalen schrecken sie nicht zurück.
Bei www.ein-buch-lesen.com jedoch soll ihnen das nicht gelingen, ein Link führt zu „Forentrolle - nein danke!“ mit Hintergründen und Tipps, die immer häufiger angeklickt werden. Auch sonst wächst dieser Internetauftritt, Gastautoren melden sich zu Wort, jüngste Interviewpartnerin ist die erfolgreichste Rezensentin bei Amazon: Helga König hat inzwischen über 2 200 Besprechungen geschrieben und beschäftigt sich darin mit vielen Themen. Die reichen von Filmen über Gedichtbände, Romane bis hin zu psychologischen Fachbüchern und Erotik.
Die Rezensionen dieser Autorin haben ein ungewöhnlich großes Echo, nirgendwo wird so kontrovers diskutiert wie bei ihren Beiträgen. Helga König versteht das Netz als Dialogmedium, in dem niemand die Wahrheit gepachtet hat. Alle, sagt sie, tragen zu allem etwas bei.
Fragt man Helga König nach ihrer erfolgreichsten Rezension, fällt ihr sofort „Masken der Niedertracht“ ein. Diese Besprechung mündete in einen Hilfeprozess mit einer eigenen anonymen Community, in der sich Menschen über ihre Probleme austauschen.
Die Bibliothek von Helga König umfasst über 8 000 Bücher, schon als Kind hat sie gern gelesen. Bereits damals brachte sie ihre Gedanken auf den ersten Buchseiten zu Papier, diese Gedanken teilt sie heute mit vielen. Ihr Motto lautet „Geteiltes Wissen ist vervielfältigtes Wissen“. Helga König hat Germanistik, Politikwissenschaften und Jura studiert. Mit ihrem Ehemann betreibt sie eine eigene Firma. Außerdem schreibt sie gerade an ihrem ersten Roman.
Mehr über sie erfährt man in dem Interview, das in diesen Tagen auf www.ein-buch-lesen.com erscheint.
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Niedertracht
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Amazon schreitet ein
16. Dezember 2009
Beleidigungen führen zum Rauswurf
So läuft das immer noch bei Amazon - doch jetzt reagiert der Online-Einzelhändler: Die Nummer 2 in der Rezensentenliste veröffentlicht einen Beitrag über die Kulturzeitschrift „Du“, die von einem Verlag aus der Schweiz herausgegeben wird, und schon beschwert sich eine gewisse „Monique Mirage“, die immer und überall auftaucht, darüber, dass ein „reichlich unbekanntes Produkt“ vorgestellt worden sei. Außerdem sei diese Zeitschrift gar nicht erhältlich.
Darüber wird sich der Verlag sicherlich nicht freuen, der Verleger ist mittlerweile informiert. Denn mit der Behauptung, ein Produkt könne gar nicht gekauft werden, wird der Verkauf nicht gerade gefördert.
Nach einem Schreiben an die Amazon-Rechtsabteilung, in dem auch auf derlei Geschäftsschädigendes hingewiesen wird, hat der Online-Einzelhändler eine mail an die „Top-Rezensenten“ verschickt. Angemahnt wird darin ein „fairer und offener Meinungsaustausch“. Amazon wolle sich zwar „so wenig wie möglich“ einmischen, aber: „Wir möchten unsere ehrlichen Kunden und Rezensenten nicht für die Unaufrichtigkeit einiger weniger Besucher unserer Plattform bestrafen.“ Dem „zwischen einigen Top-Rezensenten“ entfachten Streit werde man künftig begegnen.
Dann wird in der mail Klartext geschrieben: „Wir haben uns daher entschieden, ab sofort jedes Kundenkonto solcher Rezensenten und Forumsteilnehmer zu schließen, die weiterhin in inakzeptabler, verleumderischer oder anderweitig gegen unsere
Teilnahmebedingungen verstoßender Art auf unserer Website kommunizieren.“
Die Folgen: Solche User können bei Amazon nichts mehr verkaufen, dürfen weder rezensieren noch kommentieren, sie verschwinden aus der Top-Rezensentenliste.
Offenbar haben sich auch Mitarbeiter des Online-Einzelhändlers Beschimpfungen am Telefon oder in schriftlicher Form gefallen lassen müssen. Auch solchen Auswüchsen schiebt Amazon einen Riegel vor. Die Konten von Kundinnen und Kunden, die über das Team herfallen, werden ebenfalls dicht gemacht.
Beleidigungen führen zum Rauswurf
So läuft das immer noch bei Amazon - doch jetzt reagiert der Online-Einzelhändler: Die Nummer 2 in der Rezensentenliste veröffentlicht einen Beitrag über die Kulturzeitschrift „Du“, die von einem Verlag aus der Schweiz herausgegeben wird, und schon beschwert sich eine gewisse „Monique Mirage“, die immer und überall auftaucht, darüber, dass ein „reichlich unbekanntes Produkt“ vorgestellt worden sei. Außerdem sei diese Zeitschrift gar nicht erhältlich.
Darüber wird sich der Verlag sicherlich nicht freuen, der Verleger ist mittlerweile informiert. Denn mit der Behauptung, ein Produkt könne gar nicht gekauft werden, wird der Verkauf nicht gerade gefördert.
Nach einem Schreiben an die Amazon-Rechtsabteilung, in dem auch auf derlei Geschäftsschädigendes hingewiesen wird, hat der Online-Einzelhändler eine mail an die „Top-Rezensenten“ verschickt. Angemahnt wird darin ein „fairer und offener Meinungsaustausch“. Amazon wolle sich zwar „so wenig wie möglich“ einmischen, aber: „Wir möchten unsere ehrlichen Kunden und Rezensenten nicht für die Unaufrichtigkeit einiger weniger Besucher unserer Plattform bestrafen.“ Dem „zwischen einigen Top-Rezensenten“ entfachten Streit werde man künftig begegnen.
Dann wird in der mail Klartext geschrieben: „Wir haben uns daher entschieden, ab sofort jedes Kundenkonto solcher Rezensenten und Forumsteilnehmer zu schließen, die weiterhin in inakzeptabler, verleumderischer oder anderweitig gegen unsere
Teilnahmebedingungen verstoßender Art auf unserer Website kommunizieren.“
Die Folgen: Solche User können bei Amazon nichts mehr verkaufen, dürfen weder rezensieren noch kommentieren, sie verschwinden aus der Top-Rezensentenliste.
Offenbar haben sich auch Mitarbeiter des Online-Einzelhändlers Beschimpfungen am Telefon oder in schriftlicher Form gefallen lassen müssen. Auch solchen Auswüchsen schiebt Amazon einen Riegel vor. Die Konten von Kundinnen und Kunden, die über das Team herfallen, werden ebenfalls dicht gemacht.
Montag, 14. Dezember 2009
Staatsanwalt einschalten?
14. Dezember 2009
Lasset die Rezensenten zu mir kommen?
„Lasset die Rezensenten zu mir kommen und wehret ihrer nicht, denn sie schreiben auch über Bücher, die sie nicht gelesen haben (können).“ Dieses Kunststück bringt bei Amazon nicht nur jemand zustande, der sich „Morgenländer“ nennt und angeblich in Bremen wohnt. Der erfindet einen Professor und schiebt ihm eine Buchempfehlung unter, die ebenfalls frei erfunden ist und mit der einem Schriftsteller geschadet werden soll. Unfug machen können aber auch andere. Zum Beispiel eine gewisse W., die wie eine Besessene in ihren Fantasiebeiträgen den Rezensionsstil einer Frankfurterin kopiert. Diese Frau wohnt angeblich in Remscheid.
Sie führen seit Monaten einen Nervenkrieg gegen die aktuelle Nummer 2 in der Rezensentenliste. Dabei nutzen sie jede Möglichkeit, die dieser Online-Einzelhändler ihnen bietet - sie lassen per Klick Kommentare unsichtbar werden, weil die angeblich nicht zur Diskussion über einen Beitrag der Frankfurterin gehören. Sie bewerten Rezensionen von Helga König schneller als ein Ferrari auf Touren kommt. Sie lauern am Computer auf Stellungnahmen, die ihnen nicht passen. Und fallen über den Kommentator in einer Art und Weise her, dass sich neutrale Beobachter die Augen reiben müssen.
Ein Experte für Cybermobbing sagt dazu: „Was im Internet geschieht, ist manchmal sehr erschreckend. Meistens bleiben solche Leute anonym. Bei Amazon müsste sich aber feststellen lassen, wer sich hinter erfundenen Namen verbirgt. Schließlich muss man ein Buch bestellen, bevor man an der Community teilnehmen darf.“
W. verteilt sogar in ihrem Profil Seitenhiebe auf die Nummer 2: „Ich habe keine Lust, mich kritisch mit etwas auseinanderzusetzen oder gar Rezensionen abzuliefern, bei denen ich denken muss.“
Einer Studie zufolge sind Kundenurteile wichtig für Kaufentscheidungen im Internet. Helga König hat sich vorgenommen, nur Produkte vorzustellen, die ihr gefallen. Das gefällt „Morgenländer“, das gefällt W. und das gefällt anderen nicht. Sie machen so lange alles von der Frankfurterin Geschriebene nieder, bis mindestens die Hälfte der Kommentare zu ihren Beiträgen wieder verschwunden ist.
Das sieht dann so aus:
Laasiram meint: Die meisten Kunden meinen, dass der Beitrag nicht zur Diskussion gehört.
@Laasiram
Schade, ich dachte doch, das Sie als Studentin wissen was ich mit meinen Kommentaren meinte. Hier nun die Auflösung - es sind, halten Sie sich fest, die von meiner Person erstellten Niederschriften. Sollte nochwas unklar sein, fragen Sie Ihren Professor.
Lapepe meint: Oh, wie schlagFertig ist meine Liebe.
Der Verkaufs-Sache von Amazon dient derlei Sinnentleertes sicher nicht. Trotzdem schaut der Online-Einzelhändler tatenlos zu und ermuntert auf diese Weise eine Handvoll Blödsinntreibender zu immer neuem Schabernack mit einer Rezensentin, die sie sogar noch morgens um halb vier aufs Korn nehmen. Diese Frage drängt sich geradezu auf: Warum schreitet der Online-Einzelhändler nicht ein? Muss erst ein Staatsanwalt ermitteln?
Lasset die Rezensenten zu mir kommen?
„Lasset die Rezensenten zu mir kommen und wehret ihrer nicht, denn sie schreiben auch über Bücher, die sie nicht gelesen haben (können).“ Dieses Kunststück bringt bei Amazon nicht nur jemand zustande, der sich „Morgenländer“ nennt und angeblich in Bremen wohnt. Der erfindet einen Professor und schiebt ihm eine Buchempfehlung unter, die ebenfalls frei erfunden ist und mit der einem Schriftsteller geschadet werden soll. Unfug machen können aber auch andere. Zum Beispiel eine gewisse W., die wie eine Besessene in ihren Fantasiebeiträgen den Rezensionsstil einer Frankfurterin kopiert. Diese Frau wohnt angeblich in Remscheid.
Sie führen seit Monaten einen Nervenkrieg gegen die aktuelle Nummer 2 in der Rezensentenliste. Dabei nutzen sie jede Möglichkeit, die dieser Online-Einzelhändler ihnen bietet - sie lassen per Klick Kommentare unsichtbar werden, weil die angeblich nicht zur Diskussion über einen Beitrag der Frankfurterin gehören. Sie bewerten Rezensionen von Helga König schneller als ein Ferrari auf Touren kommt. Sie lauern am Computer auf Stellungnahmen, die ihnen nicht passen. Und fallen über den Kommentator in einer Art und Weise her, dass sich neutrale Beobachter die Augen reiben müssen.
Ein Experte für Cybermobbing sagt dazu: „Was im Internet geschieht, ist manchmal sehr erschreckend. Meistens bleiben solche Leute anonym. Bei Amazon müsste sich aber feststellen lassen, wer sich hinter erfundenen Namen verbirgt. Schließlich muss man ein Buch bestellen, bevor man an der Community teilnehmen darf.“
W. verteilt sogar in ihrem Profil Seitenhiebe auf die Nummer 2: „Ich habe keine Lust, mich kritisch mit etwas auseinanderzusetzen oder gar Rezensionen abzuliefern, bei denen ich denken muss.“
Einer Studie zufolge sind Kundenurteile wichtig für Kaufentscheidungen im Internet. Helga König hat sich vorgenommen, nur Produkte vorzustellen, die ihr gefallen. Das gefällt „Morgenländer“, das gefällt W. und das gefällt anderen nicht. Sie machen so lange alles von der Frankfurterin Geschriebene nieder, bis mindestens die Hälfte der Kommentare zu ihren Beiträgen wieder verschwunden ist.
Das sieht dann so aus:
Laasiram meint: Die meisten Kunden meinen, dass der Beitrag nicht zur Diskussion gehört.
@Laasiram
Schade, ich dachte doch, das Sie als Studentin wissen was ich mit meinen Kommentaren meinte. Hier nun die Auflösung - es sind, halten Sie sich fest, die von meiner Person erstellten Niederschriften. Sollte nochwas unklar sein, fragen Sie Ihren Professor.
Lapepe meint: Oh, wie schlagFertig ist meine Liebe.
Der Verkaufs-Sache von Amazon dient derlei Sinnentleertes sicher nicht. Trotzdem schaut der Online-Einzelhändler tatenlos zu und ermuntert auf diese Weise eine Handvoll Blödsinntreibender zu immer neuem Schabernack mit einer Rezensentin, die sie sogar noch morgens um halb vier aufs Korn nehmen. Diese Frage drängt sich geradezu auf: Warum schreitet der Online-Einzelhändler nicht ein? Muss erst ein Staatsanwalt ermitteln?
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Freitag, 11. Dezember 2009
Simmel und Luise Rinser
11. Dezember 2009
Blamiert bis auf die Amazon-Knochen
Schon im Sommer 2007 haben der Musikproduzent Mario Thaler und Per Schönacher aus München die Nase voll gehabt von unqualifizierten Beiträgen auf den Internetseiten des Online-Einzelhändlers Amazon. Nach einer langen Nacht meldeten sie die Domain www.zehnseiten.de an, luden Autorinnen und Autoren zu Lesungen in ihr Studio ein. Die Produktionskosten der Kurzfilme tragen die Verlage. Berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am 9. Dezember 2009.
Im Sommer 2007 habe ich Amazon noch nicht gekannt, wie unqualifiziert dort gelegentlich diskutiert wird, ist mir seit dem 1. Oktober 2009 allerdings immer klarer geworden. Das Amazon-Prinzip, dass jede Käuferin und jeder Käufer Rezensionen schreiben darf, Beiträge kommentieren kann und Rezensionen plus Kommentare auch noch mit „hilfreich“ oder „nicht hilfreich“ bewerten darf, macht dieses Portal zu einem Tummelfeld anonym Agierender, die sogar noch morgens um halb vier vor dem Computer hocken und wie von Sinnen sind, wenn sie feststellen, dass eine Frankfurterin immer noch als zweitbeste Amazon-Rezensentin gilt.
Eine Frau W. faselt über ihre Menstruation, ein Herr V. P. fiebert dem Feierabend geradezu entgegen, jemand aus Emden nennt sich Dr. T. Beuthel und hat wohl kaum noch Zeit, Tee zu trinken. Nicht nur unqualifiziert, sondern auch rücksichtslos wird auf der Frankfurterin herumgehackt. Kaum erscheint ein Beitrag von ihr bei Amazon, geht das Geplapper los. Solidarisiert sich jemand mit Helga König, wird er ebenfalls aufs Korn genommen. So auch mir geschehen, doch: Irgendwann blamieren sich solche Zeitgenossinnen und Zeitgenossen bis auf die Amazon-Knochen. Man muss nur einen Köder auslegen.
Ausgelegt worden ist er am Abend des 10. Dezember 2009. Unter dem Namen „Elisa Lautenschlager“ veröffentlichte ich bei Amazon eine Rezension meiner Broschüre „Ein Buch Buntes“. Elisa gehört schon seit geraumer Zeit zu den Feindbildern der König-Gegner, sie ist mit diesem Test einverstanden gewesen. So fand eine Besprechung den Amazon-Weg zur Veröffentlichung, die ich aus in Zeitungen erschienenen Kritiken oder aus privaten Briefen zusammengeschrieben habe. Diese Meinungsäußerungen stammen allesamt von Profis.
Dazu gehörten auch Johannes Mario Simmel, den ich mehrfach interviewt habe und der alle meine Bücher las und gut fand, und Luise Rinser, die ich vor über 20 Jahren so an den Telefonapparat bekam: Nach mehreren Versuchen hatte ich endlich eine Verbindung mit Michael Ende in Italien, er beantwortete meine Fragen und wollte wissen, für wen ich schreibe. Das war seinerzeit eine Hamburger Nachrichtenagentur. Als ich Michael Ende erzählte, dass ich auch noch Luise Rinser an die Strippe bekommen müsse, antwortete dieser Bestsellerautor: „Sie wohnt bei mir in der Nähe.“
Er gab mir ihre Telefonnummer.
Wenige Stunden nach dem Erscheinen bei Amazon ist die „Ein-Buch-Buntes“-Rezension bereits 17 Mal als „nicht hilfreich“ eingestuft worden, außerdem gibt es vier Kommentare. Die stammen zweimal von einem gewissen „Buchling“, der als Profilbild die Aufnahme von Eisbären verwendet, von einem Züricher, der sich darüber beklagt, dass auch er sich mit negativen Bewertungen seiner Beiträge herumschlagen müsse und von jenem Dr. T. Beuthel aus Emden.
Der schreibt: „Liebe Frau Lautenschlager, zum wiederholten Mal fallen Sie mir hier bei Amazon auf und zum wiederholten Mal als sehr negativ. Sind Sie die Pressesprecherin (beim scheinbar unaufhaltsamen Erfolg und dem Zuspruch solch prominenter ´Kollegen´ ist die Installation einer solchen Hilfskraft für den Autor unabdingbar) des Autors? Ein wenig mehr Distanz zum rezensierten Produkt hilft der Glaubwürdigkeit. So erkenne sogar ich, dass mit dieser Rezension etwas nicht stimmt. Gerne würde ich die von Ihnen zitierten Schriftsteller mit den ihnen von Ihnen zugeschriebenen Aussagen über den Autor konfrontieren. Es würde mich nicht wundern, erhielte ich als Antwort: ´Tjaden, wer?´“
Was dieser Dr. T. Beuthel offenbar nicht weiß: Die in der Rezension zitierten Schriftsteller kann niemand mehr befragen. Johannes Mario Simmel und Luise Rinser, die meine Bücher gelobt haben, sind tot. Könnte man wissen. Simmel ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller gewesen, Luise Rinser wurde 1984 von den Grünen sogar als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen.
Blamiert bis auf die Amazon-Knochen
Schon im Sommer 2007 haben der Musikproduzent Mario Thaler und Per Schönacher aus München die Nase voll gehabt von unqualifizierten Beiträgen auf den Internetseiten des Online-Einzelhändlers Amazon. Nach einer langen Nacht meldeten sie die Domain www.zehnseiten.de an, luden Autorinnen und Autoren zu Lesungen in ihr Studio ein. Die Produktionskosten der Kurzfilme tragen die Verlage. Berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am 9. Dezember 2009.
Im Sommer 2007 habe ich Amazon noch nicht gekannt, wie unqualifiziert dort gelegentlich diskutiert wird, ist mir seit dem 1. Oktober 2009 allerdings immer klarer geworden. Das Amazon-Prinzip, dass jede Käuferin und jeder Käufer Rezensionen schreiben darf, Beiträge kommentieren kann und Rezensionen plus Kommentare auch noch mit „hilfreich“ oder „nicht hilfreich“ bewerten darf, macht dieses Portal zu einem Tummelfeld anonym Agierender, die sogar noch morgens um halb vier vor dem Computer hocken und wie von Sinnen sind, wenn sie feststellen, dass eine Frankfurterin immer noch als zweitbeste Amazon-Rezensentin gilt.
Eine Frau W. faselt über ihre Menstruation, ein Herr V. P. fiebert dem Feierabend geradezu entgegen, jemand aus Emden nennt sich Dr. T. Beuthel und hat wohl kaum noch Zeit, Tee zu trinken. Nicht nur unqualifiziert, sondern auch rücksichtslos wird auf der Frankfurterin herumgehackt. Kaum erscheint ein Beitrag von ihr bei Amazon, geht das Geplapper los. Solidarisiert sich jemand mit Helga König, wird er ebenfalls aufs Korn genommen. So auch mir geschehen, doch: Irgendwann blamieren sich solche Zeitgenossinnen und Zeitgenossen bis auf die Amazon-Knochen. Man muss nur einen Köder auslegen.
Ausgelegt worden ist er am Abend des 10. Dezember 2009. Unter dem Namen „Elisa Lautenschlager“ veröffentlichte ich bei Amazon eine Rezension meiner Broschüre „Ein Buch Buntes“. Elisa gehört schon seit geraumer Zeit zu den Feindbildern der König-Gegner, sie ist mit diesem Test einverstanden gewesen. So fand eine Besprechung den Amazon-Weg zur Veröffentlichung, die ich aus in Zeitungen erschienenen Kritiken oder aus privaten Briefen zusammengeschrieben habe. Diese Meinungsäußerungen stammen allesamt von Profis.
Dazu gehörten auch Johannes Mario Simmel, den ich mehrfach interviewt habe und der alle meine Bücher las und gut fand, und Luise Rinser, die ich vor über 20 Jahren so an den Telefonapparat bekam: Nach mehreren Versuchen hatte ich endlich eine Verbindung mit Michael Ende in Italien, er beantwortete meine Fragen und wollte wissen, für wen ich schreibe. Das war seinerzeit eine Hamburger Nachrichtenagentur. Als ich Michael Ende erzählte, dass ich auch noch Luise Rinser an die Strippe bekommen müsse, antwortete dieser Bestsellerautor: „Sie wohnt bei mir in der Nähe.“
Er gab mir ihre Telefonnummer.
Wenige Stunden nach dem Erscheinen bei Amazon ist die „Ein-Buch-Buntes“-Rezension bereits 17 Mal als „nicht hilfreich“ eingestuft worden, außerdem gibt es vier Kommentare. Die stammen zweimal von einem gewissen „Buchling“, der als Profilbild die Aufnahme von Eisbären verwendet, von einem Züricher, der sich darüber beklagt, dass auch er sich mit negativen Bewertungen seiner Beiträge herumschlagen müsse und von jenem Dr. T. Beuthel aus Emden.
Der schreibt: „Liebe Frau Lautenschlager, zum wiederholten Mal fallen Sie mir hier bei Amazon auf und zum wiederholten Mal als sehr negativ. Sind Sie die Pressesprecherin (beim scheinbar unaufhaltsamen Erfolg und dem Zuspruch solch prominenter ´Kollegen´ ist die Installation einer solchen Hilfskraft für den Autor unabdingbar) des Autors? Ein wenig mehr Distanz zum rezensierten Produkt hilft der Glaubwürdigkeit. So erkenne sogar ich, dass mit dieser Rezension etwas nicht stimmt. Gerne würde ich die von Ihnen zitierten Schriftsteller mit den ihnen von Ihnen zugeschriebenen Aussagen über den Autor konfrontieren. Es würde mich nicht wundern, erhielte ich als Antwort: ´Tjaden, wer?´“
Was dieser Dr. T. Beuthel offenbar nicht weiß: Die in der Rezension zitierten Schriftsteller kann niemand mehr befragen. Johannes Mario Simmel und Luise Rinser, die meine Bücher gelobt haben, sind tot. Könnte man wissen. Simmel ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller gewesen, Luise Rinser wurde 1984 von den Grünen sogar als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Wenn ja - wie viele?
8. Dezember 2009
Amazon-Käfig voller Narren
„Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?“ steht in der aktuellen „Spiegel“-Bestsellerliste auf Platz 6 der Sachbücher. Bei Amazon gibt es 152 Rezensionen, die meisten sind positiv. Die philosophische Reise mit Richard David Precht hat sich gelohnt, finden sie und empfehlen das Buch weiter. Wenige äußern sich negativ, vertreten aber auch ihren Standpunkt. Das ist spannend, regt zum Lesen an.
Wird bei Amazon aber immer seltener. Ein Rezensent beklagt sich in seinem Profil: „Ich bedauere sehr, auf eine Rangliste gesetzt zu sein, deren Berechtigung so offensichtlich gar nicht gegeben ist, die dazu führt, dass Menschen sich, teilweise im Schutze der Anonymität, von ihrer schlechtesten Seite zeigen und die natürlich die Bedeutung eines Rezensions- und Diskussionsforums herabsetzen.“
Auf dem „Rezensenten-Olymp“ sitzt seit Jahren ein Schweizer. Eine Zeitung aus Deutschland und eine Zeitung aus der Schweiz haben über ihn berichtet. Doch: Seit Monaten drängt eine Frankfurterin nach oben, belegt Platz 3 und jetzt Platz 2. Diese Rezensentin traut sich kaum noch an den PC. Kaum hat sie einen Beitrag ins Netz gesetzt, hagelt es hämische Kommentare und negative Bewertungen.
Amazon verkommt zu einem verbalen Schlachtfeld, das immer größer wird und sich längst schon nicht mehr auf die virtuelle Welt beschränkt. Autoren bekommen Drohanrufe, werden beschimpft und mit Verdächtigungen überhäuft, wenn sie die Frage stellen: „Wer seid Ihr - und wenn ja, wie viele?“ Insider schätzen: ein halbes Dutzend, die sich Gerüchten zufolge in einem anderen Forum zu gemeinsamem Tun verabreden.
Entsprechende Anfragen beantwortet Amazon nicht. Das seien interne Dinge, heißt es. Die sich auch so gestalten: Solidarisiert sich jemand mit der Nummer 2, wird er ebenfalls aufs Korn genommen und verächtlich gemacht. Wehrt sich der Betroffene, verschwinden seine Stellungnahmen in Nullkommanix. Wer diese Beiträge löscht oder löschen lässt, bleibt ebenfalls ein Geheimnis von Amazon.
Vor was eigentlich soll die Nummer 1 in der Rezensentenliste geschützt werden? Und warum schützt Amazon Rezensentinnen und Rezensenten, die kostenlos Beiträge schreiben und so zur Attraktivität des Portals beitragen, nicht vor Angriffen, die schon lange nicht mehr nur grotesk wirken. Warum werden Kommentare nicht moderiert, warum wird keine Stellung genommen zu diesem Geschehen, das man so betiteln könnte: „Ein Käfig voller Narren.“
Auch von Amazon veröffentlicht - hier
Zum Kaufverhalten im Internet
10. Dezember 2009
Unqualifiziertes Geplapper bei Amazon
Die langjährigen Freunde, die von Berufs wegen gar nichts mit Literatur zu tun haben, hatten einfach etwas gegen die Leser-Kommentare, die bei Amazon zum Kauf von Büchern verführen sollen. Es müsse doch möglich sein, fanden sie, etwas über Autor und Buchinhalt zu erfahren, ohne sich dabei durch das zum Teil unqualifizierte Geplapper Übereifriger quälen zu müssen.
München extra, 9. Dezember 2009
Amazon-Käfig voller Narren
„Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?“ steht in der aktuellen „Spiegel“-Bestsellerliste auf Platz 6 der Sachbücher. Bei Amazon gibt es 152 Rezensionen, die meisten sind positiv. Die philosophische Reise mit Richard David Precht hat sich gelohnt, finden sie und empfehlen das Buch weiter. Wenige äußern sich negativ, vertreten aber auch ihren Standpunkt. Das ist spannend, regt zum Lesen an.
Wird bei Amazon aber immer seltener. Ein Rezensent beklagt sich in seinem Profil: „Ich bedauere sehr, auf eine Rangliste gesetzt zu sein, deren Berechtigung so offensichtlich gar nicht gegeben ist, die dazu führt, dass Menschen sich, teilweise im Schutze der Anonymität, von ihrer schlechtesten Seite zeigen und die natürlich die Bedeutung eines Rezensions- und Diskussionsforums herabsetzen.“
Auf dem „Rezensenten-Olymp“ sitzt seit Jahren ein Schweizer. Eine Zeitung aus Deutschland und eine Zeitung aus der Schweiz haben über ihn berichtet. Doch: Seit Monaten drängt eine Frankfurterin nach oben, belegt Platz 3 und jetzt Platz 2. Diese Rezensentin traut sich kaum noch an den PC. Kaum hat sie einen Beitrag ins Netz gesetzt, hagelt es hämische Kommentare und negative Bewertungen.
Amazon verkommt zu einem verbalen Schlachtfeld, das immer größer wird und sich längst schon nicht mehr auf die virtuelle Welt beschränkt. Autoren bekommen Drohanrufe, werden beschimpft und mit Verdächtigungen überhäuft, wenn sie die Frage stellen: „Wer seid Ihr - und wenn ja, wie viele?“ Insider schätzen: ein halbes Dutzend, die sich Gerüchten zufolge in einem anderen Forum zu gemeinsamem Tun verabreden.
Entsprechende Anfragen beantwortet Amazon nicht. Das seien interne Dinge, heißt es. Die sich auch so gestalten: Solidarisiert sich jemand mit der Nummer 2, wird er ebenfalls aufs Korn genommen und verächtlich gemacht. Wehrt sich der Betroffene, verschwinden seine Stellungnahmen in Nullkommanix. Wer diese Beiträge löscht oder löschen lässt, bleibt ebenfalls ein Geheimnis von Amazon.
Vor was eigentlich soll die Nummer 1 in der Rezensentenliste geschützt werden? Und warum schützt Amazon Rezensentinnen und Rezensenten, die kostenlos Beiträge schreiben und so zur Attraktivität des Portals beitragen, nicht vor Angriffen, die schon lange nicht mehr nur grotesk wirken. Warum werden Kommentare nicht moderiert, warum wird keine Stellung genommen zu diesem Geschehen, das man so betiteln könnte: „Ein Käfig voller Narren.“
Auch von Amazon veröffentlicht - hier
Zum Kaufverhalten im Internet
10. Dezember 2009
Unqualifiziertes Geplapper bei Amazon
Die langjährigen Freunde, die von Berufs wegen gar nichts mit Literatur zu tun haben, hatten einfach etwas gegen die Leser-Kommentare, die bei Amazon zum Kauf von Büchern verführen sollen. Es müsse doch möglich sein, fanden sie, etwas über Autor und Buchinhalt zu erfahren, ohne sich dabei durch das zum Teil unqualifizierte Geplapper Übereifriger quälen zu müssen.
München extra, 9. Dezember 2009
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Donnerstag, 3. Dezember 2009
Wie bei Amazon...
3. Dezember 2009
...eine Rezension entsteht
Immer wieder, manchmal aber auch nur gelegentlich werde ich gefragt, ob ich denke, wenn ich für Amazon Rezensionen schreibe, als sei nicht jedem das Wort bekannt: „Ich denke, also bin ich…“ jemand, der Beiträge verfasst, die nichts mit dem Denken zu tun haben.
Zu tun haben sie - die Rezensionen - damit: Seit 1985 habe ich um die 30 Romane, Erzählungen und Sachbücher geschrieben, die ich des frühen Morgens zur Hand nehme. Da bislang niemand eines meiner Bücher gekauft hat, sind genügend davon vorhanden. Ebenso eine Schere, mit der ich aus meinen immer noch nicht beachteten Werken Buchstaben und Wörter herausschneide. Die kommen in eine Lostrommel. Dann schreite ich zur Ziehung und gebe das Resultat in ein Word-Dokument ein. Sogleich schlägt mir das Rechtschreibprogramm statt des Sinnlosen aus der Trommel Sinnvolles vor. Schnell wird beispielsweise aus ntrevaue Vertrauen und so weiter und so weiter
Sobald der Text fertig ist, schicke ich diesen an Amazon. Dort sucht man ein Buch heraus, das am besten zu meiner Rezension passt. Fertig ist die Veröffentlichung. Unverzüglich gelesen wird sie von allen, die mit der Frage schwanger gehen, ob ich beim Schreiben denke. Ich wiederhole: Das tue ich nicht.
Etwa zwei, drei Tage später lese ich meinen Text, gefällt mir meine eigene Rezension, kaufe ich das Buch dazu und vertiefe mich darin. Andere machen es umgekehrt. Dieser Text passt laut Amazon am besten zu dem Zippert-Buch. Deswegen steht er hier. Wie täglich dessen Wort- und Satzspiele, die auf ähnliche Weise entstehen, auf Seite 1 links oben in der „Welt“. Das ist eine Tageszeitung, die wiederum aus Wortschnipseln der „Süddeutschen“, der „Frankfurter Rundschau“ und - man lese und staune - der „taz“ hergestellt wird. Das auch noch alle 24 Stunden.
Fachleute nennen das Rotation - wie mir Amazon versichert hat, dass diese Rezension auch zu meinem Werk „Ein Buch Buntes“ passen könnte. Das sei ebenso sinnlos - und bringe so manchen ins Rotieren.
...eine Rezension entsteht
Immer wieder, manchmal aber auch nur gelegentlich werde ich gefragt, ob ich denke, wenn ich für Amazon Rezensionen schreibe, als sei nicht jedem das Wort bekannt: „Ich denke, also bin ich…“ jemand, der Beiträge verfasst, die nichts mit dem Denken zu tun haben.
Zu tun haben sie - die Rezensionen - damit: Seit 1985 habe ich um die 30 Romane, Erzählungen und Sachbücher geschrieben, die ich des frühen Morgens zur Hand nehme. Da bislang niemand eines meiner Bücher gekauft hat, sind genügend davon vorhanden. Ebenso eine Schere, mit der ich aus meinen immer noch nicht beachteten Werken Buchstaben und Wörter herausschneide. Die kommen in eine Lostrommel. Dann schreite ich zur Ziehung und gebe das Resultat in ein Word-Dokument ein. Sogleich schlägt mir das Rechtschreibprogramm statt des Sinnlosen aus der Trommel Sinnvolles vor. Schnell wird beispielsweise aus ntrevaue Vertrauen und so weiter und so weiter
Sobald der Text fertig ist, schicke ich diesen an Amazon. Dort sucht man ein Buch heraus, das am besten zu meiner Rezension passt. Fertig ist die Veröffentlichung. Unverzüglich gelesen wird sie von allen, die mit der Frage schwanger gehen, ob ich beim Schreiben denke. Ich wiederhole: Das tue ich nicht.
Etwa zwei, drei Tage später lese ich meinen Text, gefällt mir meine eigene Rezension, kaufe ich das Buch dazu und vertiefe mich darin. Andere machen es umgekehrt. Dieser Text passt laut Amazon am besten zu dem Zippert-Buch. Deswegen steht er hier. Wie täglich dessen Wort- und Satzspiele, die auf ähnliche Weise entstehen, auf Seite 1 links oben in der „Welt“. Das ist eine Tageszeitung, die wiederum aus Wortschnipseln der „Süddeutschen“, der „Frankfurter Rundschau“ und - man lese und staune - der „taz“ hergestellt wird. Das auch noch alle 24 Stunden.
Fachleute nennen das Rotation - wie mir Amazon versichert hat, dass diese Rezension auch zu meinem Werk „Ein Buch Buntes“ passen könnte. Das sei ebenso sinnlos - und bringe so manchen ins Rotieren.
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Sonntag, 15. November 2009
Geschäftsschädigung
15. November 2009
Klickomania bei Amazon
Bei Amazon ist die Klickomania ausgebrochen. Unter dieser Internet-Krankheit leidet eine Handvoll geradezu Hellsichtiger, die eine Rezension schon vor dem Lesen bewerten kann. Zack, wird ein Negativ-Urteil gefällt, rumms, wird der Name gewechselt, zack ist der nächste Verriss da. Die Antworten sind vorgegeben - das erleichtert die Klick-Sache.
Bei Amazon bekommt man fast alles, was das Käufer-Herz begehrt. Doch wollen Käuferinnen und Käufer das auch: Sie stehen im Klick-Hagel, wenn sie die Beiträge einer gewissen Autorin lesen und feststellen müssen, dass angeblich Dutzende vermeintlich Gleichsuchender schneller „nicht nützlich“ entscheiden können als man „Was soll das?“ fragen kann.
Äußert sich jemand zu den Rezensionen dieser Autorin wohlwollend, bekommt er ebenfalls seinen Klicksalat. Denn: Bei Amazon kann man sinnigerweise auch Reaktionen auf Rezensionen bewerten.
„Das ist ja doppelt“ hätte meine Großmutter gesagt, aber der wäre es auch nie eingefallen, für Kaufentscheidungen wichtige Hilfestellungen der Lächerlichkeit preis zu geben. Genau das tut diese Handvoll Klickomaniker - und schädigt auf diese Weise ganz nebenbei auch noch Amazon, denn wer kann schon sagen, wie viele Interessierte nicht weiter lesen oder weiter stöbern, weil ihnen das, was ihnen am Rande geboten wird, auf die Nerven geht?
Ein guter Amazon-Anwalt wüsste darauf möglicherweise eine Antwort...
Klickomania bei Amazon
Bei Amazon ist die Klickomania ausgebrochen. Unter dieser Internet-Krankheit leidet eine Handvoll geradezu Hellsichtiger, die eine Rezension schon vor dem Lesen bewerten kann. Zack, wird ein Negativ-Urteil gefällt, rumms, wird der Name gewechselt, zack ist der nächste Verriss da. Die Antworten sind vorgegeben - das erleichtert die Klick-Sache.
Bei Amazon bekommt man fast alles, was das Käufer-Herz begehrt. Doch wollen Käuferinnen und Käufer das auch: Sie stehen im Klick-Hagel, wenn sie die Beiträge einer gewissen Autorin lesen und feststellen müssen, dass angeblich Dutzende vermeintlich Gleichsuchender schneller „nicht nützlich“ entscheiden können als man „Was soll das?“ fragen kann.
Äußert sich jemand zu den Rezensionen dieser Autorin wohlwollend, bekommt er ebenfalls seinen Klicksalat. Denn: Bei Amazon kann man sinnigerweise auch Reaktionen auf Rezensionen bewerten.
„Das ist ja doppelt“ hätte meine Großmutter gesagt, aber der wäre es auch nie eingefallen, für Kaufentscheidungen wichtige Hilfestellungen der Lächerlichkeit preis zu geben. Genau das tut diese Handvoll Klickomaniker - und schädigt auf diese Weise ganz nebenbei auch noch Amazon, denn wer kann schon sagen, wie viele Interessierte nicht weiter lesen oder weiter stöbern, weil ihnen das, was ihnen am Rande geboten wird, auf die Nerven geht?
Ein guter Amazon-Anwalt wüsste darauf möglicherweise eine Antwort...
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